Max Gruber knüpft mit dem Ensemble Des Ano an eine alte Wiener Tradition an – der Verbindung von Poesie, Musik, Performance und Modernität, die mit Namen wie Abraham a Sancta Clara, Nestroy, Bayer, Artmann und Jandl untrennbar verbunden ist. RAP definiert er als „Rhythmisch ausgeführte Poesie“, wofür „DIE ZEIT“ meinte, in ihm den „neuen Hauspoeten der schwarzen Wiener Schule der Trauer, der Melancholie, der Musikalität, der lauernden und manchmal zeternden Gemeinheit“ erkannt zu haben.
Grubers Texte garantieren Radikalität und Leidenschaft, sie scheuen auch nicht vor Augenblicken „verantwortungsloser Heiterkeit“ (© Karl Kraus) zurück. Die Musiker des Ensembles, Claus Riedl, Peter Havlicek, Walther Soyka, Martin Stepanik und die virtuose Vokalistin Traude Holzer, laden die Texte mit höchster Musikalität auf. Die Musik ist der Zaubertrank, der Zauberklang, in den das Geräusch der Sprache eintaucht und der Sinn des Worts, dessen Begrifflichkeit zum Empfinden wird. Liebe, Tod, Hass, Zärtlichkeit, Grauen oder Gelächter dringen nicht nur ans Ohr, sondern unter die Haut, mitten ins Herz.
Auftritte von Des Ano sind stets eine tour de force, die zwischen Konzert, literarischer Performance, Sprechoper und Theaterabend oszilliert. Mirjam Jessa meinte, ein Des Ano-Konzert besucht man auf eigene Gefahr… Die Live-Version von „Film Noir“ ist ab sofort auf Spotify verfügbar und bringt diese besondere Atmosphäre direkt zu den Streaming-Fans.

Herausgegeben von Otto Brusatti, echo medienhaus. Buch ISBN: 9783903989573
Wie erweist man einem Franz Kafka, und noch dazu zu dessen 100. Todestag, die Reverenz? Er hat die Literatur geprägt wie wenige. Kaum eine Schriftstellerin/Poetin, kaum ein Schriftsteller/Poet, ja kaum Künstlerinnen oder Künstler sonst können sich seinem Geschriebenen entziehen. Herausgeber Otto Brusatti hat es gewagt und bat 17 Künstlerinnen und Künstler um ihren persönlichen Beitrag zu Franz Kafka. Die Form sollte keine entscheidende Rolle spielen. Es konnte sich um eine Erzählung, eine Novelle, eine Parabel handeln, aber um kein dramatisches Stück und auch keine etwa Weiterformulierung oder gar Fortschreibung eines Kafka-Torsos (so es den dichterisch bei ihm überhaupt gibt); aber Kafka sollte Anstoß, geheime Idee, gar Vorbild dafür sein. Theodora Bauer, Arno Geiger, Max Gruber, Monika Helfer, Bodo Hell, Paulus Hochgatterer, Franz Hohler, Radek Knapp, Natasha Korsakova, Thomas Macho, Kurt Palm, Rafik Schami, Stefan Slupetzky, Edgar Tezak, Renate Welsh und Anton Zeilinger erklärten sich zu einen Beitrag bereit. Das Ergebnis kann in diesem Band nachgelesen werden: Die Beiträge sind höchst unterschiedlich. Fast niemand aber konnte oder wollte sich Kafka-Vorbildern (vor allem aus manchen Erzählungen oder aus dem Roman „Der Prozeß“) entziehen.